Regensburg war für über 20 Jahre die Wirkungsstätte Wolfgangs. Hier war er Bischof für ein großes Gebiet, und hier liegt er auch begraben. Zu seiner Heiligsprechung im Jahre 1052 war sogar Papst Leo IX. in Regensburg anwesend. Das Bistum Regensburg verehrt ihn als seinen Patron.
Wolfgang wurde 972 Bischof von Regensburg, das damals Sitz der bayerischen Herzöge und ein Machtzentrum in Süddeutschland war. Hat die Diözese Regensburg auch heute noch eine große Ausdehnung, so gehörte ursprünglich auch noch Böhmen als Missionsgebiet zum Einflussbereich des Regensburger Bischofs. 973 erfolgte die Abtrennung der böhmischen Gebiete und die Gründung einer Diözese in Prag.
Das Amt des Bischofs von Regensburg war zudem seit 739 mit der Abtswürde des Klosters St. Emmeram in Regensburg verbunden. 975 trennte Bischof Wolfgang die beiden Ämter; als seinen Nachfolger berief er Ramwold, einen Freund aus der Zeit seines Aufenthalts in Trier und Benediktiner der dortigen Abtei St. Maximin.
Diese Maßnahmen bewirkten, dass der Einfluss und die Machtfülle des Regensburger Bischofs deutlich geschmälert wurden. Inwieweit sie auf Wolfgangs Initiative zurückgingen oder ob er auf Vorhaben reagierte, die zum Zeitpunkt seiner Amtsübernahme bereits fortgeschritten waren, ist immer noch eine offene Frage. So deutet einiges darauf hin, dass der Prozess, der zur Gründung der Prager Diözese führte, schon begonnen hatte, bevor Wolfgang Bischof wurde, sodass strittig ist, welchen Einfluss er darauf hatte. Und die Loslösung der Abtei vom Bischofsamt wurde damals an mehreren Bischofssitzen durchgeführt; 987 etwa wurde in Salzburg die Personalunion des Erzbischofs und des Abtes von St. Peter getrennt.
Es ist möglich, dass Wolfgang diese Prozesse vorangetrieben hat. Zumindest hat er sich den Neuerungen nicht verschlossen, er erkannte ihren Nutzen zur Verbesserung der Seelsorge und für die Umsetzung mönchischer Ideale: Von Prag aus konnte sich das Christentum in Böhmen unmittelbarer etablieren als vom fernen Regensburg aus; und in St. Emmeram gelang Wolfgang mit Unterstützung Ramwolds die Durchführung einer Klosterreform: Besinnung auf den feierlichen Gottesdienst und Bemühen um persönliche Frömmigkeit sowie die Beachtung der Benediktsregel und eine beste Ausbildung der Geistlichen.
Dem benediktinischen Reformmönchtum, das er an seinen früheren Lebensstationen in Trier und Köln kennen gelernt hatte, versuchte er auch in seiner Diözese Geltung zu verschaffen. Ausdruck dieses Bestrebens war auch sein Versuch, den beiden Regensburger Damenstiften Obermünster und Niedermünster eine strengere Klosterregel aufzuerlegen. 983 gründete Wolfgang daher das Nonnenkloster St. Paul: Dieses sollten sich die beiden Stifte zum Vorbild nehmen und selbst die Regel des heiligen Benedikt übernehmen. Erst gegen Ende seiner Zeit gelang es Wolfgang, in gewissem Umfang Reformen durchzuführen, die aber nicht lange Bestand hatten. Schließlich nahm auch das Kloster St. Paul eine freiere Regel als Damenstift an.
Wolfgangs Ruf war geprägt von asketischer Strenge, aber auch von großer Gelehrsamkeit. So war Wolfgang Lehrer des späteren Kaisers Heinrichs II. Unter Bischof Wolfgang und Abt Ramwold blühten die Wissenschaften in St. Emmeram, die Bibliotheksbestände wuchsen an und die Schreibschule gelangte zu großem Ansehen. Und 975 gründete Wolfgang einen Domchor, auf den sich die bis heute bestehenden Regensburger Domspatzen zurückführen.
Legenden erzählen von seiner Wundertätigkeit bereits zu Lebzeiten. Aber auch von seiner Fürsorge wird berichtet: Bei einer Hungersnot 987 öffnete er die bischöflichen Speicher und teilte Getreide an die Hungernden aus.
Wolfgang starb 994 in Pupping bei Linz, als er sich auf einer Reise zu Besitzungen des Regensburger Bistums im österreichischen Donauraum befand. Beigesetzt wurde er – wie alle Regensburger Bischöfe bis 1125 – in der Kirche der Abtei St. Emmeram, zunächst im südlichen Seitenschiff; seine ursprüngliche Grablege markiert ein Hochgrab mit einer Liegefigur des Heiligen aus zweiten Viertel oder der Mitte des 14. Jahrhunderts.
Anlässlich der Heiligsprechung 1052 wurden seine sterblichen Überreste in die Krypta umgebettet, die damals zusammen mit dem Westquerhaus und dem Dionysiuschor im Westen der Abteikirche neu errichtet wurde. Die Wolfgangskrypta ist ein bedeutender Bau der Romanik, dessen Gewölbe sich über sechszehn schlanke Säulen erheben.
In Regensburg, dem wichtigsten Ort seines Wirkens, entstand keine große Verehrung des Heiligen, die über die Stadtgrenzen hinaus ausgestrahlt hätte; das blieb St. Wolfgang im Salzkammergut vorbehalten. Aber die Bischofsstadt verwahrt bis heute seine Reliquien und zahlreiche Gegenstände, die an Wolfgang erinnern.
Seine Gebeine ruhen im Wolfgangsschrein, der 1877 angefertigt wurde und im Hauptaltar der Wolfgangskrypta von St. Emmeram steht. Zum Kirchenschatz von St. Emmeram gehören Stab und Mitra, die bischöflichen Insignien, sowie eine Kasel; auch eine mit geschnitztem Elfenbein verkleidete Dose, ursprünglich ein Reliquiar, wird seit dem 19. Jahrhundert als Ziborium mit Wolfgang in Verbindung gebracht. Eine weitere Schale, die sich in St. Emmeram befunden hatte, wurde nach der Säkularisation in die Schatzkammer der Münchener Residenz verbracht. Den Kelch des heiligen Wolfgang verwahrt der Domschatz, ebenso seinen Kamm, eine weitere Kasel und eine weitere Schale.
Für all diese Stücke gilt, dass sie erst nach der Zeit des heiligen Wolfgang entstanden sind, zum Teil Jahrhunderte später. Aber die Tradition sieht sie in enger Verbindung mit ihm.
Besonders im Spätmittelalter entstanden an vielen Orten Wolfgangskirchen. Nur Regensburg, Ort seines Wirkens und seines Begräbnisses, hatte lange Zeit keine Kirche, die ihm geweiht war. Erst 1949 wurde ihm im Stadtteil Kumpfmühl ein Gotteshaus geweiht, ein wegweisender Kirchenbau des berühmten Architekten Dominikus Böhm. Der weithin sichtbare, kubische Bau greift mittelalterliche Vorbilder auf und kombiniert sie in Hinblick auf die liturgische Bewegung mit modernen Raumkonzepten neu. Der Altar steht in der Mitte des kreuzförmigen Hauptraumes, die Gläubigen versammeln sich ringsum. Entwicklungen, die erst mit dem 2. Vatikanischen Konzil (1962–65), allgemein üblich wurden, finden sich hier schon vorweggenommen.